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ВЫСТАВКА В БЕРЛИНЕ РАССКАЖЕТ ОБ ИСТОРИИ РЕСТАВРАЦИИ РУССКОЙ ИКОНЫ XII ВЕКА «БОГОМАТЕРЬ БОГОЛЮБСКАЯ»


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EINE AUSSTELLUNG IN BERLIN ERZÄHLT ÜBER DIE GESCHICHTE DER RESTAURIERUNG DER RUSSISCHEN IKONE AUS DEM  12. JAHRHUNDERT

EINE AUSSTELLUNG IN BERLIN ERZÄHLT ÜBER DIE GESCHICHTE DER RESTAURIERUNG DER RUSSISCHEN IKONE AUS DEM 12. JAHRHUNDERT "GOTTESMUTTER VON BOGOLJUBOWO"

Vom 14. Mai bis zum 5. Juni 2019 findet im Russischen Haus der Wissenschaft und Kultur in Berlin die Ausstellung "Die Ikone "Gottesmutter von Bogoljubowo" aus dem 12. Jahrhundert100 Jahre Restaurierung" statt. Mit Unterstützung des russischen Kulturministeriums wird die Ausstellung vom Staatlichen Museumsreservat Wladimir-Susdal gemeinsam mit dem Allrussischen künstlerischen Zentrum für Wissenschaft und Restaurierung I.E. Grabar (WChNRZ) im Rahmen des internationalen Kulturprojekts "Russische Saisons" in Deutschland organisiert. Die Geschichte der Ikone der Gottesmutter von Bogoljubowo ist mit der Herausbildung des russischen Staates verbunden. Die Ikone wurde im Auftrag des Fürsten Andrej Bogoljubskij im Zeitraum von 1158–1160 gemalt. Der Fürst schuf in der Nordöstlichen Rus einen starken selbstständigen Staat, der erfolgreich mit Kiew konkurrierte. Die Gestalt der Gottesmutter in der Ikone spiegelte die Überlieferung wider, dass sie dem rechtgläubigen Fürsten Andrej erschienen ist und ihn gebot, in Wladimir - der neuen Hauptstadt des Fürsten - eine aus Wyschgorod gebrachte Ikone aufzustellen. Die Ausstellung zeigt die Ergebnisse der langjährigen Arbeit zur Wiederherstellung der ältesten Reliquie der russischen Kultur, die mehrere Generationen von Restauratoren vereinte. Die Besucher erfahren etwas über den langen Weg der wissenschaftlichen Untersuchungen: die Expeditionen unter der Leitung von Igor Grabar Anfang des 20. Jahrhunderts, die außerordentlich schwierige Restaurierung in den Werkstätten des WChNRZ in den 1950-1970er Jahren, die von dem Künstler und Restaurator des Zentrums Alexander Gormatjuk durchgeführt wurde und die Originalmalerei aus dem 12. Jahrhundert freilegte. Fotografische Reproduktionen der Ikone helfen den Besuchern, eine Vorstellung von Verlauf und Ergebnissen der Restaurierung und über den gegenwärtigen Zustand des Denkmals zu erhalten. Die Ausstellung wird durch seltene Photographien und Dokumente aus den Archiven des WChNRZ, der Tretjakow-Galerie und des Museumsreservats Wladimir-Susdal ergänzt. Die wissenschaftliche Restaurierung des Denkmals altrussischer Ikonenmalerei reicht bis ins Jahr 1918 zurück - eine Geschichte von hundertjähriger Dauer. Dennoch betonen die Experten: die Restaurierung als abgeschlossen zu betrachten, ist verfrüht. Heute befindet sich die Ikone "Gottesmutter von Bogoljubowo" unter prophylaktischer Beobachtung in einem speziell ausgerüstetem Raum der Restaurierungswerkstätten des Museumsreservats Wladimir-Susdal. Gleichzeitig findet am 14. Mai im Rahmen der Tage der geistigen Kultur Russlands in Deutschland und in Anbindung an die Eröffnung der Ausstellung "Die Ikone "Gottesmutter von Bogoljubowo" aus dem 12. Jahrhundert. 100 Jahre Restaurierung" das internationale Seminar"Restaurierung von Denkmälern des kulturellen und geistigen Erbes: klassische Ansätze und neue Herausforderungen" statt. Führende Experten aus Russland und Deutschland versammeln sich im Russischen Haus der Wissenschaft und Kultur in Berlin, um aktuelle Fragen der Zusammenarbeit in der Architektur sowie moderne Praktiken der Erhaltung, Entwicklung, Restaurierung und dem Umbau historischer Objekte und Denkmäler am Beispiel St. Petersburg, Kaliningrads, Berlins, Potsdams u.a. zu erörtern, die Haupttendenzen der modernen wissenschaftlichen Restaurierung zu bestimmen und städtebauliche Neuerungen bei der Wiederherstellung des historischen Milieus zu untersuchen. Geplant ist die Teilnahme von Architekten, Kunstwissenschaftlern, Historikern und Restauratoren mit Erfahrung in der praktischen Wiederherstellung der historischen milieugerechten Bebauung und einzelner Objekte des kulturellen Erbes Russlands und Deutschlands. An dem Seminar nehmen die Direktorin des Staatlichen Museumsreservats "Zarskoje Selo" Olga Taratynowa, der stellvertretende Vorsitzende des Komitees für Denkmalschutz St. Petersburgs Alexander Leontjew, der Träger des Staatspreises der Russischen Föderation, ordentliches Mitglied der Russischen Akademie für Architektur und Bauwissenschaften und Professor der Akademie der Künste St. Petersburg Nikita Jawejn, der Partner des Architekturbüros Hilmer Sattler Architekten Thomas Albrecht, das Mitglied des Bundes deutscher Architekten, des Russischen Architektenverbands und des Russischen Künstlerverbands sowie Ehrenmitglied der Russischen Akademie der Künste Sergej Tschoban, der Partner des Archtekturbüros David Chipperfield Architects Alexander Schwarz, der Direktor des Allrussischen künstlerischen Zentrum für Wissenschaft und Restaurierung I.E. Grabar Dmitrij Sergejew, die Generaldirektorin des Staatlichen Museumsreservats Wladimir-Susdal Swetlana Melnikowa teil. Die wissenschaftliche Restaurierung in Russland vereint die Anstrengungen von einigen hundertausend Fachkräften. Die umfangreichen Nachkriegsprogramme zur Wiederherstellung zerstörter historischer Objekte führten zur Entstehung der einzigartigen Leningrader Schule der Restaurierung. Die Wiederentstehung der Petersburger Vorstadtensembles und des berühmten Bernsteinzimmers im Katherinenpalast sind die deutlichsten Beispiele des konzeptuellen Ansatzes in der russischen Restaurierung der Nachkriegszeit. Die Errungenschaften deutscher Restauratoren auf der Suche nach neuen Lösungen bei der Wiederherstellung des historischen Milieus von Städten und Siedlungen sowie einzelner Objekte des Kulturerbes sind unbestreitbar. Dabei integrieren Fragen der Restaurierung immer öfter nicht nur spezialisierte Fachkräfte, sondern auch die breite Öffentlichkeit. So rief die von David Chipperfield umgesetzte Wiederherstellung des Neuen Museums in Berlin ein merkliche Diskussion bei Architekten und Kunstwissenschaftlern in aller Welt hervor. Deshalb findet das Seminar nicht zufällig in Berlin statt - in der Stadt, die offen ist für Experimente, die keine neuen Ansätze und Lösungen bei der Besinnung auf den Wert der kulturellen Reichtümer scheut.