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KUNSTAUSSTELLUNG IN BERLIN: "RUSSLAND AUS DER SICHT EINES FREMDLÄNDISCHEN"


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KUNSTAUSSTELLUNG IN BERLIN:

KUNSTAUSSTELLUNG IN BERLIN: "RUSSLAND AUS DER SICHT EINES FREMDLÄNDISCHEN"

Vom 21. Mai bis zum 5. Juni 2019 zeigt das Russische Haus der Wissenschaft und Kultur in Berlin die Ausstellung "Russland aus der Sicht eines Fremdländischen". Die Ausstellung wird von der Föderalen staatlichen haushaltsfinanzierten Kultureinrichtung "Staatliches Museum für Religionsgeschichte" im Rahmen der Tage der russischen geistlichen Kultur organisiert, die zum Programm des internationalen Kulturprojekts "Russische Saisons" in Deutschland gehören.

Die Besucher sehen graphische Werke westeuropäischer Meister aus der Sammlung des Museums für Religionsgeschichte (St. Petersburg). Vorgestellt werden Arbeiten von Künstlern, die im Russland des 18.-19. Jahrhunderts lebten und arbeiteten, und in der Kunstgeschichte mit dem Begriff "Rossica" bezeichnet werden, dazu Arbeiten von Künstlern, die Moskowien besuchten und niemals dort weilten (sog. "ausländische Rossica").

Unter den Exponaten sind Portraits, allegorische Kompositionen, Blätter aus Krönungsalben, Ansichten von Städten, Stiche von wichtigen Ereignissen der russischen Geschichte, Blätter von Serien, die Gebräuche und Charaktere des russischen Volks vom Ende des 17. Jahrhunderts - Mitte des 19. Jahrhunderts darstellen.

Das geheimnisvolle Moskowien rief seit langem die Neugier Westeuropas hervor, und das Thema Russland wurde in der Kunst bereits im 15.-17. Jahrhundert populär. Die hierher gelangten Ausländer - Gesandte, Kaufleute, Handwerker, Abenteurer - hinterließen Aufzeichnungen, Memoiren und Briefe, in denen historische Ereignisse, unterschiedliche Seiten der politischen und alltäglichen Strukturen festgehalten sind. Besonderes Interesse riefen im Westen Beschreibungen mit geographischen Angaben, Karten, Stichen und Darstellungen von Menschen hervor.

Die Reformen Peters I. und die aktivere Rolle Russlands in der politischen Arena Europas erhöhten den Zustrom von Ausländern in das Land. Unter den Zugereisten waren Künstler und Graveure: sie und ihre russischen Schüler fertigten topographische Ansichten Moskaus und St. Petersburgs an, stellten Städte, Schlachten und herrschende Personen dar. Bereits in den 1750-1770er Jahren wurden in England, Frankreich und Deutschland Bände mit Ansichten von Städten der Welt und von Petersburg auf Grundlage von Kopien russischer Stecher, als auch auf Grundlage erdachter Motive herausgegeben.

In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts kamen "Touristen" nach Russland, Reisende aus eigenem Vergnügen. Die Ausländer skizzierten Alltagsszenen, den Anblick russischer Bauern und Handwerker, die für das europäische Auge exotisch waren. Bei sich in der Heimat fertigten sie auf Grundlage der Skizzen Serien von Stichen an, die nicht selten von ethnographischen Kommentaren begleitet wurden. Die Sammelbände erfreuten sich großer Beliebtheit, die Stiche wurden selbst von jenen kopiert, die niemals in Russland waren.

Nach den Napoleonischen Kriegen und dem Vaterländischen Krieg 1812-1814 erhielt das "russische Thema" eine neue Entwicklung. Neben Bänden mit "russischen Charakteren" werden Serien von "malerischen Reisen" verbreitet, in denen westeuropäische Künstler Ansichten beider Hauptstädte und weiterer Städte des Russischen Reiches festhalten.

Die Ausstellung "Russland aus der Sicht eines Fremdländischen" fand erstmals im Herbst 2018 in St. Petersburg statt. Die Ausstellung ermöglicht den Besuchern, die Besonderheiten des russischen Lebens mit der Augen eines Einwohners Westeuropas unter Berücksichtigung der historischen Rückschau zu sehen.

 

Veranstaltungsort: Russisches Haus der Wissenschaft und Kultur in Berlin

Friedrichstraße 176-179, 10117 Berlin

 

Programm:

21.Mai – 5. Juni – Ausstellung "Russland aus der Sicht eines Fremdländischen"